Abstandsblitzer A7 bei Illertissen (Abschnitt 780, km 6.950) in Fahrtrichtung Füssen
Auf der Bundesautobahn A7 bei Illertissen, in Fahrtrichtung Süden nach Füssen und Kempten, befindet sich bei Kilometer 6.950 im Abschnitt 780 eine der bekanntesten und aktivsten Anlagen zur Abstandsmessung in Bayern. Dieser Blitzer überwacht gezielt den Sicherheitsabstand und ist für viele Pendler und Reisende eine unerwartete Kostenfalle. Aufgrund der hohen Verkehrsdichte und häufigen Unfällen durch zu dichtes Auffahren in diesem Bereich, wird hier regelmäßig kontrolliert. Die Messungen erfolgen meist von einer Brücke herab, was die frühzeitige Erkennung des Blitzers erschwert.
Lokale Besonderheiten und Unfallschwerpunkt A7 Illertissen
Der Streckenabschnitt der A7 bei Illertissen ist als Unfallschwerpunkt bekannt. Insbesondere Auffahrunfälle, die direkt auf einen zu geringen Sicherheitsabstand zurückzuführen sind, ereignen sich hier überdurchschnittlich häufig. Die teils dichte Verkehrslage, gerade im Berufsverkehr, verleitet viele Fahrer dazu, den nötigen Abstand zum Vordermann zu unterschreiten. Die Messanlage ist strategisch an einem Punkt platziert, an dem die Autobahn gut einsehbar und relativ gerade verläuft, was ideale Bedingungen für das eingesetzte Messsystem schafft. Pressemeldungen der Polizei bestätigen regelmäßig die hohe Anzahl an Verstößen an diesem Abstandsblitzer, bei denen nicht selten empfindliche Bußgelder und Fahrverbote verhängt werden.
Das eingesetzte Messgerät: VIDIT VKS 3.0
Funktionsweise des Brücken-Blitzers
An diesem Standort kommt das Video-Kontroll-System VIDIT VKS 3.0 zum Einsatz. Es handelt sich hierbei um ein sogenanntes Brückenmessgerät, das nicht blitzt, sondern den Verkehr per Video aufzeichnet. Auf der Brücke über der A7 werden Kameras installiert, die eine definierte Messstrecke von mehreren hundert Metern auf der Fahrbahn filmen. Eine zusätzliche Kamera, oft unauffällig in Bodennähe an der Mittelleitplanke platziert, dient der klaren Identifizierung des Fahrers und des Kennzeichens. Das System berechnet anhand von Weg-Zeit-Messungen sowohl die gefahrene Geschwindigkeit als auch den exakten Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Erst bei einem konkreten Verdacht auf einen Verstoß wird eine beweissichere Aufzeichnung des Vorfalls gespeichert, um datenschutzrechtlichen Bedenken Rechnung zu tragen.
Bekannte Schwachstellen und juristische Einspruchs-Tipps
Obwohl das VKS 3.0 als standardisiertes Messverfahren gilt, ist es keineswegs fehlerfrei. Ein erfahrener Anwalt für Verkehrsrecht wird einen Bußgeldbescheid, der auf einer Messung dieses Blitzers beruht, genau prüfen. Hierbei ergeben sich oft vielversprechende Ansatzpunkte für einen Einspruch:
- Das "Einscherer-Problem": Ein häufiger Kritikpunkt ist die Situation im dichten Verkehr auf der A7. Wechselt ein anderes Fahrzeug knapp vor einem auf die eigene Spur, verkürzt sich der Sicherheitsabstand unverschuldet und abrupt. Zwar betonen die Behörden oft, dass solche Fälle aussortiert werden, doch die Auswertung der Videosequenz durch einen Sachverständigen kann belegen, dass der Fahrer keine realistische Möglichkeit hatte, den korrekten Abstand wiederherzustellen. Die Beweislast liegt hier oft darin, nachzuweisen, dass das plötzliche Einscheren den Verstoß primär verursacht hat.
- Fehlerhafte Fahreridentifikation durch Brückenschatten: Die Positionierung der Kameras auf einer Brücke führt zwangsläufig zu wechselnden Lichtverhältnissen und harten Schattenwürfen, insbesondere bei tiefstehender Sonne. Genau dieser Brückenschatten kann das entscheidende Foto des Fahrers so verdunkeln, dass eine zweifelsfreie Identifizierung nicht mehr möglich ist. Ist das Gesicht auf dem Beweisfoto nicht klar erkennbar, stellt dies einen starken Angriffspunkt für die Verteidigung dar.
- Fehlende oder lückenhafte Video-Dokumentation: Für eine rechtssichere Verurteilung ist es essenziell, dass die Messung den Verkehrsverstoß über eine längere Strecke dokumentiert. Experten fordern oft eine lückenlose Videoaufzeichnung von mindestens 300 Metern vor dem eigentlichen Messpunkt, um die Verkehrssituation adäquat beurteilen zu können. Fehlt diese Aufzeichnung oder ist sie unvollständig, kann der Vorwurf oft nicht zweifelsfrei aufrechterhalten werden, da nicht klar ist, ob der Abstand nur kurzfristig und situativ unterschritten wurde.
Bußgelder für Abstandsverstöße (Auszug Bußgeldkatalog 2026)
Ein zu geringer Sicherheitsabstand kann teuer werden. Die Höhe des Bußgeldes, die Anzahl der Punkte in Flensburg und ein mögliches Fahrverbot hängen von der gefahrenen Geschwindigkeit und dem prozentualen Wert des unterschrittenen halben Tachowertes ab.
Geschwindigkeit über 100 km/h
| Abstand geringer als... | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| 5/10 des halben Tachowertes | 75 € | 1 | - |
| 4/10 des halben Tachowertes | 100 € | 1 | - |
| 3/10 des halben Tachowertes | 160 € | 2 | 1 Monat |
| 2/10 des halben Tachowertes | 240 € | 2 | 2 Monate |
| 1/10 des halben Tachowertes | 320 € | 2 | 3 Monate |
Geschwindigkeit bis 100 km/h
| Verstoß | Bußgeld | Punkte |
|---|---|---|
| Abstand nicht eingehalten | 25 € | - |
| ... mit Gefährdung | 30 € | - |
| ... mit Sachbeschädigung | 35 € | - |
Fazit: Bußgeldbescheid vom Blitzer A7 Illertissen genau prüfen!
Ein Bußgeldbescheid von diesem Abstandsblitzer an der A7 bei Illertissen sollte nicht voreilig akzeptiert werden. Die Komplexität des VKS 3.0 Messverfahrens, kombiniert mit den dynamischen Verkehrsbedingungen vor Ort, bietet diverse Fehlerquellen. Eine anwaltliche Prüfung des Messprotokolls und vor allem der vollständigen Videoaufzeichnung ist dringend anzuraten. Oft lässt sich durch fundierte Argumentation ein teures Fahrverbot abwenden oder das Bußgeld reduzieren. Es lohnt sich, die spezifischen Schwachstellen des Systems zu kennen und zu nutzen.




