Abstandsblitzer A7 bei Illertissen: Die Messstelle bei km 6.950 in Fahrtrichtung Füssen
Auf der Bundesautobahn 7, in einem Abschnitt, der für dichten Reise- und Pendlerverkehr bekannt ist, befindet sich bei Illertissen eine fest installierte Messanlage zur Überwachung des Sicherheitsabstands. Dieser Abstandsblitzer auf der A7 bei Kilometer 6.950 (Abschnitt 780) in Fahrtrichtung Füssen/Kempten ist eine von Bayerns zentralen Maßnahmen, um Auffahrunfälle zu reduzieren, die in diesem Bereich leider gehäuft auftreten.
Lokaler Kontext: Warum gerade hier ein Blitzer für den Sicherheitsabstand steht
Die A7 bei Illertissen ist ein Nadelöhr für den Verkehr in den Süden. Insbesondere an Wochenenden und in den Ferienzeiten rollt hier eine Blechlawine in Richtung der Allgäuer Alpen. Immer wieder kommt es in diesem Bereich zu schweren Auffahrunfällen, die oft auf zu geringen Sicherheitsabstand zurückzuführen sind. Lokale Medien berichten regelmäßig über Unfälle, bei denen Fahrer das Bremsen des Vordermanns zu spät erkennen. Die Einrichtung dieses permanenten Abstandsblitzers ist eine direkte Reaktion der Verkehrsbehörden auf diese Unfallhäufungen, um die Verkehrssicherheit auf diesem stark frequentierten Autobahnabschnitt zu erhöhen.
Die Technik hinter der Messung: Das VKS 3.0 System
An diesem Standort kommt das Video-Kontroll-System VKS 3.0 der Firma Vidit Systems GmbH zum Einsatz. Dieses System ist speziell für die Überwachung von Brücken aus konzipiert. Zwei Kameras, die an einer Brücke über der A7 montiert sind, erfassen das Verkehrsgeschehen permanent.
So funktioniert die Abstandsmessung bei Illertissen:
- Übersichtskamera: Eine Kamera filmt einen längeren, genau vermessenen Bereich der Fahrbahn. Auf der Fahrbahn selbst sind weiße Referenzlinien markiert.
- Detailkamera: Eine zweite Kamera (auch Tatkamera genannt) wird automatisch ausgelöst, sobald die Software einen potenziellen Abstandsverstoß erkennt. Diese Kamera fertigt hochauflösende Bilder des Fahrzeugs und des Fahrers zur Identifikation.
- Manuelle Auswertung: Der entscheidende Punkt ist, dass die eigentliche Messung nicht vollautomatisch erfolgt. Ein geschulter Messbeamter wertet die Videoaufzeichnung später an einem Computer aus. Er stoppt das Video an zwei Punkten und setzt manuell Markierungen an die Vorderreifen der Fahrzeuge, um Geschwindigkeit und Abstand zu berechnen.
Diese manuelle Auswertung ist eine bekannte Schwachstelle und bietet Ansatzpunkte für eine genaue Überprüfung des Bußgeldbescheides.
Experten-Einblicke: Mögliche Fehlerquellen und Einspruchs-Tipps beim Abstandsblitzer A7
Obwohl es sich um ein standardisiertes Messverfahren handelt, ist der Blitzer bei Illertissen nicht unfehlbar. Die komplexe Technik und die manuelle Auswertung bergen Potenzial für Ungenauigkeiten. Ein Einspruch kann sich lohnen, wenn bestimmte Umstände vorliegen.
Bekannte Schwachstellen des VKS 3.0-Systems:
- Das "Einscherer-Problem": Gerade im dichten Verkehr auf der A7 kann es vorkommen, dass ein anderes Fahrzeug knapp vor Ihnen auf Ihre Spur wechselt. Dadurch wird Ihr Sicherheitsabstand unverschuldet und abrupt verkürzt. Die Messung unterscheidet nicht, ob der Abstand aktiv unterschritten wurde oder durch einen Einscherer entstand. Eine genaue Analyse der Videoaufzeichnung ist hier unerlässlich. Fehlt eine lückenlose Videoaufzeichnung von mindestens 300 Metern vor dem eigentlichen Messpunkt, kann oft nicht bewiesen werden, dass der Abstand über eine relevante Strecke unterschritten wurde, was für einen vorwerfbaren Verstoß aber notwendig wäre.
- Fehlerhafte manuelle Auswertung: Die Genauigkeit der Messung hängt maßgeblich von der Sorgfalt des auswertenden Beamten ab. Falsch gesetzte Auswertelinien auf dem Videobild können zu falschen Ergebnissen führen. Eine anwaltliche Akteneinsicht, die auch das Messvideo und das Schulungszertifikat des Beamten umfasst, kann hier Klarheit schaffen.
- Veraltete oder schlecht sichtbare Referenzlinien: Das System basiert auf exakt vermessenen weißen Markierungen auf der Fahrbahn. Sind diese durch Abnutzung, Baumaßnahmen oder Witterung (z.B. Schnee) nicht mehr exakt oder nur schlecht erkennbar, kann die gesamte Messung ungenau und somit anfechtbar sein.
Ein erfahrener Anwalt für Verkehrsrecht kann die Messprotokolle und die vollständige Videosequenz anfordern und auf solche Unstimmigkeiten prüfen. Oftmals lässt sich so ein Fahrverbot abwenden oder das Bußgeld reduzieren.
Aktueller Bußgeldkatalog 2026 für Abstandsverstöße
Die Strafen für einen zu geringen Sicherheitsabstand sind empfindlich. Die Höhe richtet sich nach der gefahrenen Geschwindigkeit und dem prozentualen Wert des halben Tachos, den der Abstand unterschreitet.
Bußgelder bei Geschwindigkeit unter 100 km/h:
| Abstand | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| Weniger als 5/10 des halben Tachowertes | 75 € | 1 | - |
| Weniger als 4/10 des halben Tachowertes | 100 € | 1 | - |
| Weniger als 3/10 des halben Tachowertes | 160 € | 1 | - |
| Weniger als 2/10 des halben Tachowertes | 240 € | 1 | - |
| Weniger als 1/10 des halben Tachowertes | 320 € | 1 | - |
Bußgelder bei Geschwindigkeit über 100 km/h:
| Abstand | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| Weniger als 5/10 des halben Tachowertes | 75 € | 1 | - |
| Weniger als 4/10 des halben Tachowertes | 100 € | 1 | - |
| Weniger als 3/10 des halben Tachowertes | 160 € | 2 | 1 Monat |
| Weniger als 2/10 des halben Tachowertes | 240 € | 2 | 2 Monate |
| Weniger als 1/10 des halben Tachowertes | 320 € | 2 | 3 Monate |
Bußgelder bei Geschwindigkeit über 130 km/h:
| Abstand | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| Weniger als 5/10 des halben Tachowertes | 100 € | 1 | - |
| Weniger als 4/10 des halben Tachowertes | 180 € | 1 | - |
| Weniger als 3/10 des halben Tachowertes | 240 € | 2 | 1 Monat |
| Weniger als 2/10 des halben Tachowertes | 320 € | 2 | 2 Monate |
| Weniger als 1/10 des halben Tachowertes | 400 € | 2 | 3 Monate |




