Abstandsblitzer auf der A9 bei Allershausen in Fahrtrichtung München
Auf der Bundesautobahn 9 (A9) in Fahrtrichtung München, kurz vor der Anschlussstelle Allershausen, befindet sich bei Abschnitt 1040, Kilometer 7,988 eine der bekanntesten und aktivsten Messstellen zur Überwachung des Sicherheitsabstandes in Bayern. Dieser Abstandsblitzer bei Allershausen ist für viele Pendler und Reisende in Richtung der Landeshauptstadt eine technische und juristische Herausforderung. Die hohe Verkehrsdichte, insbesondere im Berufsverkehr, führt hier häufig zu gefährlichen Situationen und entsprechenden Abstandsverstößen, die konsequent geahndet werden.
Die genaue Position und Besonderheiten des Blitzers A9 Allershausen
Die Messanlage ist auf einer Brücke über der A9 installiert, die sich kurz vor der Ausfahrt Allershausen (AS 67) befindet. Von dieser erhöhten Position aus wird der fließende Verkehr videografisch erfasst. Anders als bei einem klassischen Geschwindigkeitsblitzer gibt es hier keinen sichtbaren Blitz. Die Aufzeichnung erfolgt permanent, was Fahrzeugführer oft erst bemerken, wenn der Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid im Briefkasten liegt. Die A9 ist in diesem Bereich dreispurig und weist ein hohes Verkehrsaufkommen auf, was die Einhaltung des korrekten Sicherheitsabstandes zusätzlich erschwert.
Lokaler Kontext: Hohes Verkehrsaufkommen und Unfallschwerpunkt
Der Abschnitt der A9 zwischen dem Dreieck Holledau und dem Kreuz Neufahrn gehört zu den meistbefahrenen Autobahnabschnitten Deutschlands. Die tägliche Penderflut in und aus dem Großraum München sorgt für zähfließenden Verkehr und häufige Staus. Genau in solchen Situationen kommt es vermehrt zu Auffahrunfällen, weshalb die Behörden an diesem strategischen Punkt den Sicherheitsabstand mit dem Blitzer überwachen. Lokale Medien berichten regelmäßig über Unfälle im Bereich Allershausen, die nicht selten auf zu dichtes Auffahren zurückzuführen sind. Die Messstelle soll hier präventiv wirken, sorgt aber auch für eine hohe Anzahl an Bußgeldverfahren.
Das Messverfahren: Wie funktioniert der Abstandsblitzer VKS 3.0?
An diesem Standort kommt das Video-Kontroll-System VKS 3.0 der Firma VIDIT zum Einsatz. Dieses System ist auf die Messung von Abständen und Geschwindigkeiten spezialisiert und funktioniert nach dem Prinzip der Weg-Zeit-Berechnung.
- Videoaufzeichnung: Eine Übersichtskamera, die auf einer Brücke montiert ist, filmt einen festgelegten Fahrbahnabschnitt von mehreren hundert Metern Länge.
- Referenzmarkierungen: Auf der Fahrbahn sind weiße, kaum sichtbare Referenzlinien (meist Querstriche) markiert, deren Abstände exakt vermessen und im System hinterlegt sind.
- Auswertung: Ein geschulter Messbeamter wertet die Videoaufzeichnung manuell oder teilautomatisiert aus. Er ermittelt, in welcher Zeit ein Fahrzeug die Strecke zwischen zwei Markierungen zurücklegt (Geschwindigkeit) und welchen Abstand es dabei zum vorausfahrenden Fahrzeug einhält.
- Fahreridentifikation: Bei einem festgestellten Verstoß wird eine zweite, hochauflösende Kamera aktiviert (oft getarnt in der Mittelleitplanke), die den Fahrer und das Kennzeichen zur Beweissicherung fotografiert.
Das VKS 3.0 gilt als Standardmessverfahren, ist jedoch in Fachkreisen für seine spezifischen Schwachstellen bekannt, die Ansatzpunkte für eine rechtliche Überprüfung bieten können.
Experten-Einblicke: Juristische Schwachstellen und Einspruchschancen
Ein Bußgeldbescheid von diesem Abstandsblitzer sollte nicht vorschnell akzeptiert werden. Das komplexe Messverfahren birgt Fehlerquellen, die ein erfahrener Anwalt für Verkehrsrecht prüfen kann.
Ein kritischer Punkt ist beispielsweise die oft dichte Verkehrslage. Gerade im morgendlichen Berufsverkehr Richtung München kommt es häufig zum sogenannten „Einscherer-Problem“. Wenn ein Fahrzeug von einer anderen Spur knapp vor Ihnen einschert, verkürzt sich Ihr Sicherheitsabstand unverschuldet und plötzlich. Die Videoaufzeichnung muss beweisen, dass der Abstand über eine längere Strecke und nicht nur durch ein solches Manöver unterschritten wurde. Eine lückenlose Aufzeichnung der vorausgehenden 300 Meter ist hierfür oft essenziell, fehlt aber in manchen Fällen oder wird in der Akte nicht vollständig zur Verfügung gestellt, was einen Verfahrensfehler darstellen kann.
Des Weiteren spielt die Fahreridentifikation eine entscheidende Rolle. Die Brücke, von der aus gemessen wird, kann je nach Sonnenstand und Tageszeit einen erheblichen Schatten auf die Fahrbahn werfen. Fällt dieser Schatten genau in den Bereich, in dem die zweite Kamera das Foto des Fahrers anfertigt, kann das Gesicht unkenntlich sein. Ist der Fahrer auf dem Beweisfoto nicht eindeutig identifizierbar, ist der Bußgeldbescheid angreifbar. Zudem können die weißen Referenzlinien auf der Fahrbahndecke durch Abnutzung, Baumaßnahmen oder Witterungseinflüsse veraltet oder ungenau sein. Eine fehlerhafte Einmessung der Messstrecke führt unweigerlich zu einem falschen Messergebnis und macht den gesamten Vorgang anfechtbar.
Bußgelder bei Abstandsverstößen (Bußgeldkatalog 2026)
Die Höhe des Bußgeldes, die Anzahl der Punkte in Flensburg und ein mögliches Fahrverbot hängen von der gefahrenen Geschwindigkeit und dem prozentualen Abstand zum halben Tachowert ab. Hier ist der aktuelle Bußgeldkatalog für das Jahr 2026:
Bei Geschwindigkeit bis 100 km/h:
| Abstand zum Vordermann | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| Weniger als 5/10 des halben Tachowertes | 75 € | 1 | Nein |
| Weniger als 4/10 des halben Tachowertes | 100 € | 1 | Nein |
| Weniger als 3/10 des halben Tachowertes | 160 € | 1 | Nein |
| Weniger als 2/10 des halben Tachowertes | 240 € | 1 | Nein |
| Weniger als 1/10 des halben Tachowertes | 320 € | 1 | Nein |
Bei Geschwindigkeit über 100 km/h:
| Abstand zum Vordermann | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| Weniger als 5/10 des halben Tachowertes | 75 € | 1 | Nein |
| Weniger als 4/10 des halben Tachowertes | 100 € | 1 | Nein |
| Weniger als 3/10 des halben Tachowertes | 160 € | 2 | 1 Monat |
| Weniger als 2/10 des halben Tachowertes | 240 € | 2 | 2 Monate |
| Weniger als 1/10 des halben Tachowertes | 320 € | 2 | 3 Monate |
Fazit und Empfehlung
Der Abstandsblitzer auf der A9 bei Allershausen ist eine ernstzunehmende Überwachungsmaßnahme. Ein Verstoß kann teuer werden und schnell zu einem Fahrverbot führen. Aufgrund der bekannten Fehleranfälligkeit des VKS 3.0-Systems und der spezifischen örtlichen Gegebenheiten (hohe Verkehrsdichte, Brückenschatten) sollten Betroffene einen erhaltenen Bußgeldbescheid nicht ungeprüft akzeptieren. Es wird dringend empfohlen, die Messung durch einen auf Verkehrsrecht spezialisierten Anwalt überprüfen zu lassen. Dieser kann Akteneinsicht beantragen und potenzielle Fehler im Messprotokoll, bei der Videoauswertung oder der Fahreridentifikation aufdecken.




