Abstandsblitzer A535 Fahrtrichtung Wuppertal – Kurz vor dem Tunnel Dornap
Auf der Autobahn A535 in Fahrtrichtung Wuppertal, kurz vor der Einfahrt in den Tunnel Dornap, befindet sich eine der bekanntesten und aktivsten Anlagen zur Abstandsmessung in Nordrhein-Westfalen. Dieser Abstandsblitzer ist strategisch platziert, um den Sicherheitsabstand im oft dichten Pendler- und Berufsverkehr in das Wuppertaler Stadtgebiet zu überwachen. Viele Fahrzeugführer werden hier täglich erfasst, da die Verkehrssituation, insbesondere durch die nahegelegene Anschlussstelle Wülfrath, oft unübersichtlich ist und zu geringen Sicherheitsabständen verleitet.
Die genaue Position und der Aufbau des Blitzers auf der A535
Die Messanlage ist an einer Schilderbrücke (Gantry) über allen Fahrspuren montiert und befindet sich bei Autobahnkilometer 9.4. Sie erfasst den Verkehr in Richtung des Sonnborner Kreuzes. Die Messung erfolgt nicht durch einen klassischen "Blitz", sondern durch ein hochauflösendes Video-Kontroll-System (VKS), welches den Verkehrsfluss permanent aufzeichnet und auswertet. Autofahrer bemerken die Messung daher oft erst, wenn der Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid der Stadt Wuppertal im Briefkasten liegt.
Lokaler Kontext: Unfallschwerpunkt und Verkehrsbelastung
Der Abschnitt der A535 zwischen der Anschlussstelle Wülfrath und dem Tunnel Dornap ist als Unfallschwerpunkt bekannt. In der Vergangenheit kam es hier wiederholt zu Auffahrunfällen, oft bedingt durch zu geringen Sicherheitsabstand bei hoher Geschwindigkeit oder plötzliche Bremsmanöver vor dem Tunnelportal. Insbesondere bei Nässe und im Berufsverkehr ist die Gefahr hoch. Meldungen der Feuerwehr Wülfrath und der lokalen Presse berichten regelmäßig von Kollisionen in diesem Bereich, was die Installation des permanenten Abstandsblitzers begründet. Die hohe Verkehrsdichte führt oft zu unvorhersehbaren Situationen, in denen ein ausreichender Sicherheitsabstand nur schwer einzuhalten ist.
Funktionsweise der Messanlage: VKS 4.5 von VIDIT
An diesem Standort kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit das moderne Messgerät VKS 4.5 (Video-Kontroll-System) der Firma VIDIT Systems zum Einsatz. So funktioniert die Messung des Sicherheitsabstands:
- Videoerfassung: Mehrere Kameras auf der Schilderbrücke zeichnen eine definierte und exakt vermessene Strecke von mehreren hundert Metern Länge auf.
- Weg-Zeit-Messung: Anhand von Referenzlinien (weiße Markierungen) auf der Fahrbahn berechnet die Software die exakte Geschwindigkeit jedes Fahrzeugs.
- Abstandsberechnung: Gleichzeitig wird der Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Fahrzeugen ermittelt. Das System setzt Geschwindigkeit und Abstand in Relation und prüft, ob der gesetzlich vorgeschriebene Mindestabstand (in der Regel "halber Tacho" in Metern) unterschritten wurde.
- Dokumentation: Liegt ein Verstoß vor, erstellt das System eine Fall-Akte. Eine separate, hochauflösende Kamera (oft tiefer und seitlich positioniert) fertigt das entscheidende Foto des Fahrers und des Kennzeichens zur Fahreridentifikation an.
Bußgeldkatalog 2026: Strafen für Abstandsverstöße
Die Höhe des Bußgeldes für einen zu geringen Sicherheitsabstand hängt von der gefahrenen Geschwindigkeit ab. Der Gesetzgeber unterscheidet hier maßgeblich zwischen Geschwindigkeiten über und unter 100 km/h.
Strafen bei Geschwindigkeit unter 100 km/h
| Abstand | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| Weniger als 5/10 des halben Tachowertes | 75 € | 1 | - |
| Weniger als 4/10 des halben Tachowertes | 100 € | 1 | - |
| Weniger als 3/10 des halben Tachowertes | 160 € | 1 | - |
| Weniger als 2/10 des halben Tachowertes | 240 € | 1 | - |
| Weniger als 1/10 des halben Tachowertes | 320 € | 1 | - |
Strafen bei Geschwindigkeit über 100 km/h
| Abstand | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| Weniger als 5/10 des halben Tachowertes | 75 € | 1 | - |
| Weniger als 4/10 des halben Tachowertes | 100 € | 1 | - |
| Weniger als 3/10 des halben Tachowertes | 160 € | 2 | 1 Monat |
| Weniger als 2/10 des halben Tachowertes | 240 € | 2 | 2 Monate |
| Weniger als 1/10 des halben Tachowertes | 320 € | 2 | 3 Monate |
Einspruch gegen den Bußgeldbescheid? Experten-Tipps und bekannte Schwachstellen
Ein Bußgeldbescheid von diesem Blitzer auf der A535 muss nicht zwangsläufig korrekt sein. Gerade VKS-Messanlagen bieten trotz ihrer technischen Ausgereiftheit Angriffspunkte für einen erfolgreichen Einspruch. Als Experte für Verkehrsrecht und SEO-Content-Engineer rate ich, den Bescheid genau zu prüfen und folgende Punkte zu bedenken:
1. Das "Einscherer-Problem" im dichten Verkehr
Kurz vor der Messstelle mündet die Auffahrt der Anschlussstelle Wülfrath auf die A535. Im dichten Berufsverkehr kommt es hier regelmäßig vor, dass Fahrzeuge knapp vor einem einscheren. Dadurch wird der eigene, zuvor korrekte Sicherheitsabstand unverschuldet und abrupt verkürzt. Die Messanlage registriert in diesem Moment nur den geringen Abstand, nicht aber die Ursache. Für einen rechtskräftigen Verstoß muss die Abstandsunterschreitung jedoch über eine längere Strecke und vorwerfbar stattgefunden haben. Ein erfahrener Anwalt kann die Auswertung des kompletten Beweisvideos anfordern, um ein solches Einscheren nachzuweisen und den Vorwurf zu entkräften. Oftmals wird nur ein kurzes Standbild als Beweis im Anhörungsbogen versandt, das die dynamische Verkehrssituation nicht abbildet.
2. Fehlerhafte Fahreridentifikation durch Brückenschatten
Ein entscheidender Punkt für einen erfolgreichen Einspruch ist die eindeutige Identifizierbarkeit des Fahrers auf dem Beweisfoto. Etwa 400 Meter vor der Messbrücke quert die Linderhauser Straße die Autobahn. Je nach Tageszeit und Sonnenstand kann der Schatten dieser Brücke genau in dem Moment auf das Fahrzeug fallen, in dem die Ident-Kamera auslöst. Dies kann zu einer starken Verschattung des Innenraums und des Gesichts führen, was eine Identifizierung unmöglich macht. Ist das Gesicht nicht klar erkennbar, kann die Bußgeldstelle den Fahrer nicht eindeutig zuordnen, was ein starkes Argument für die Einstellung des Verfahrens ist.
3. Fehlende lückenlose Videoaufzeichnung der Messstrecke
Die Rechtsprechung fordert für die Verurteilung wegen eines Abstandsverstoßes in der Regel, dass dieser nicht nur augenblicklich, sondern über eine gewisse Strecke vorlag. Aus diesem Grund muss das VKS-System eine ausreichend lange Videosequenz aufzeichnen, die den Verstoß dokumentiert – üblicherweise sind dies mehrere hundert Meter vor dem eigentlichen Messpunkt. Sollte die gespeicherte Videodatei in der Akte unvollständig sein oder erst kurz vor der Messlinie beginnen, ist der Nachweis eines andauernden Verstoßes nicht mehr zweifelsfrei zu führen. Eine Akteneinsicht durch einen Anwalt kann aufdecken, ob die zwingend vorgeschriebene, lückenlose Aufzeichnung der relevanten Messstrecke tatsächlich vorliegt.
Die Prüfung des Bußgeldbescheides durch einen spezialisierten Anwalt für Verkehrsrecht ist bei einem Vorwurf von diesem Abstandsblitzer auf der A535 daher oft ratsam, insbesondere wenn ein Fahrverbot droht. Die Komplexität der Messung und die spezifischen lokalen Gegebenheiten bieten oft bessere Verteidigungschancen als bei einem einfachen Geschwindigkeitsverstoß.




