Abstandsblitzer auf der A61 bei Viersen (km 17.827) in Fahrtrichtung Koblenz
Auf der Bundesautobahn 61, einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen am linken Niederrhein, ist kurz nach der Anschlussstelle Viersen in Fahrtrichtung Koblenz ein permanenter Abstandsblitzer installiert. Bei Kilometer 17.827, auf dem Gebiet der Stadt Viersen, überwacht ein modernes Video-Kontroll-System den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand im dichten Berufs- und Fernverkehr. Viele Pendler und Fernfahrer sind von diesem Blitzer betroffen, da die Verkehrsdichte hier oft zu kritischen Situationen führt und ein zu geringer Abstand schnell zur teuren Ordnungswidrigkeit wird.
Die genaue Position des Abstandsblitzers auf der A61
Der Blitzer befindet sich zwischen der Anschlussstelle Viersen (7) und der nachfolgenden Anschlussstelle Mackenstein (8). Die Messanlage ist so positioniert, dass sie den Verkehr in Richtung Süden (Koblenz, Ludwigshafen) erfasst. Die Kameras für die Videoaufzeichnung sind in der Regel auf einer der Brücken oder an einem Schilderportal montiert, die sich in diesem Streckenabschnitt befinden. Konkret befindet sich die Messanlage im Bereich der Brücke, die die Straße "Am Lückerhof" über die A61 führt. Dieser Standort ist strategisch gewählt, da die Strecke hier übersichtlich ist und eine konstante Geschwindigkeit gefahren wird, was die Messung des Sicherheitsabstandes erleichtert.
Lokaler Kontext: Verkehrsdichte und Unfallgeschehen im Raum Viersen
Der Abschnitt der A61 zwischen dem Kreuz Mönchengladbach und der Anschlussstelle Viersen ist für hohes Verkehrsaufkommen bekannt. Insbesondere im morgendlichen und abendlichen Pendlerverkehr kommt es regelmäßig zu Kolonnenverkehr und stockendem Verkehr. Dieses hohe Verkehrsaufkommen erhöht das Risiko von Auffahrunfällen, weshalb die Überwachung des Sicherheitsabstandes an dieser Stelle als präventive Maßnahme begründet wird. Zwar gibt es keine spezifischen Unfallmeldungen für exakt Kilometer 17.827, jedoch ist der Bereich bis zum Kreuz Mönchengladbach in den lokalen Verkehrsnachrichten häufiger wegen Unfällen und Staus präsent. Der Abstandsblitzer soll hier zur allgemeinen Verkehrssicherheit beitragen und die Fahrer zur Einhaltung des korrekten Abstandes anhalten.
Technik des Blitzers: Wie funktioniert die Abstandsmessung?
An diesem Standort kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit ein System vom Typ VKS (Video-Kontroll-System), wie das VKS 3.0 oder das neuere VKS 4.5 der Firma VIDIT Systems, zum Einsatz. Diese Systeme arbeiten nicht mit einem klassischen Blitz, sondern mit hochauflösenden Videokameras. So funktioniert die Messung im Detail:
- Videoerfassung: Zwei Kameras auf einer Brücke filmen den Verkehr. Eine Kamera erfasst eine längere Strecke (ca. 300-400 Meter), um den Verkehrsfluss zu dokumentieren. Eine zweite, oft unauffällig am Brückenpfeiler oder in der Leitplanke positionierte Kamera, fertigt Detailaufnahmen vom Fahrer und dem Kennzeichen an.
- Weg-Zeit-Messung: Auf der Fahrbahn sind in der Regel kaum sichtbare, aber exakt eingemessene weiße Referenzlinien markiert. Das System berechnet anhand der Zeit, die ein Fahrzeug zum Überfahren dieser Linien benötigt, die exakte Geschwindigkeit.
- Abstandsberechnung: Durch die gleichzeitige Erfassung von zwei Fahrzeugen ermittelt die Software den Abstand in Metern und setzt diesen ins Verhältnis zur gefahrenen Geschwindigkeit. Wird der gesetzliche Mindestabstand unterschritten, wird der Fall zur Auswertung gespeichert.
Ein Vorteil dieser Technik für die Behörden ist, dass neben dem Abstandsverstoß auch andere Delikte wie Handy am Steuer oder illegale Überholmanöver dokumentiert werden können.
Bußgeldkatalog 2026: Diese Strafen drohen bei zu geringem Sicherheitsabstand
Die Höhe des Bußgeldes, die Anzahl der Punkte in Flensburg und ein mögliches Fahrverbot hängen von der gefahrenen Geschwindigkeit und dem prozentualen Wert des unterschrittenen halben Tachowertes ab. Der Sicherheitsabstand ist hier der entscheidende Faktor.
Geschwindigkeiten unter 100 km/h
| Abstand zum Vordermann | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| Weniger als 5/10 des halben Tachowertes | 75 € | 1 | Nein |
| Weniger als 4/10 des halben Tachowertes | 100 € | 1 | Nein |
| Weniger als 3/10 des halben Tachowertes | 160 € | 1 | Nein |
| Weniger als 2/10 des halben Tachowertes | 240 € | 1 | Nein |
| Weniger als 1/10 des halben Tachowertes | 320 € | 1 | Nein |
Geschwindigkeiten über 100 km/h
| Abstand zum Vordermann | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| Weniger als 5/10 des halben Tachowertes | 75 € | 1 | Nein |
| Weniger als 4/10 des halben Tachowertes | 100 € | 1 | Nein |
| Weniger als 3/10 des halben Tachowertes | 160 € | 2 | 1 Monat |
| Weniger als 2/10 des halben Tachowertes | 240 € | 2 | 2 Monate |
| Weniger als 1/10 des halben Tachowertes | 320 € | 2 | 3 Monate |
Einspruch gegen den Bußgeldbescheid? Experten-Tipps und bekannte Schwachstellen
Ein Bußgeldbescheid von diesem Abstandsblitzer an der A61 bei Viersen muss nicht zwangsläufig das letzte Wort sein. Video-basierte Messverfahren sind komplex und bieten durchaus Ansatzpunkte für einen erfolgreichen Einspruch. Ein spezialisierter Anwalt für Verkehrsrecht wird insbesondere die folgenden Punkte prüfen:
1. Das „Einscherer-Problem“ im dichten Verkehr
Gerade im dichten Pendlerverkehr auf der A61 kommt es häufig vor, dass ein anderes Fahrzeug knapp vor einem einschert. Dadurch wird der eigene, zuvor korrekte Sicherheitsabstand unverschuldet und abrupt verkürzt. Die Messung erfasst jedoch nur den kurzen Moment des zu geringen Abstands. Juristisch kann hier argumentiert werden, dass dem Betroffenen keine vorwerfbare Pflichtverletzung nachzuweisen ist, da er keine Möglichkeit hatte, den Sicherheitsabstand rechtzeitig wiederherzustellen. Eine genaue Analyse des Beweisvideos ist hier entscheidend: Zeigt das Video den Einscher-Vorgang? Wenn ja, stehen die Chancen für einen erfolgreichen Einspruch sehr gut.
2. Fehlerhafte Fahreridentifikation durch Schattenwurf der Brücke
Die Messanlage ist im Bereich der Brücke "Am Lückerhof" positioniert. Je nach Sonnenstand kann der Schatten dieser Brücke genau im Moment der Aufnahme der Fahrerfotos auf das Fahrzeug fallen. Dies kann zu einer so schlechten Bildqualität führen, dass eine eindeutige Identifizierung des Fahrers nicht möglich ist. Ist das Gesicht auf dem Foto nicht zweifelsfrei zu erkennen, ist der Bußgeldbescheid angreifbar. Ein Sachverständigengutachten kann hier die mangelnde Qualität des Bildbeweises bestätigen und zur Einstellung des Verfahrens führen.
3. Fehlende oder lückenhafte Video-Dokumentation
Für eine rechtssichere Verurteilung muss der Abstandsverstoß über eine längere Strecke vorliegen. Gerichte fordern oft eine nachvollziehbare Dokumentation des Verkehrsgeschehens über mehrere hundert Meter vor dem eigentlichen Messpunkt. Fehlt diese lückenlose Aufzeichnung oder ist sie zu kurz, um ein nur kurzfristiges und unverschuldetes Unterschreiten des Abstandes auszuschließen, kann dies ein entscheidender Verfahrensfehler sein. Ein Anwalt sollte daher immer die komplette Videosequenz anfordern und prüfen, ob die gesamte Messstrecke ordnungsgemäß aufgezeichnet wurde. Auch die korrekte Eichung der Anlage und die Schulung der Messbeamten sind entscheidende Faktoren, die im Rahmen einer Akteneinsicht überprüft werden sollten.
Wenn Sie einen Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid von diesem Blitzer auf der A61 erhalten haben, empfiehlt sich eine genaue Prüfung der Umstände. Die Erfolgschancen eines Einspruchs sind oft höher, als man zunächst annimmt.




