Abstandsblitzer A81 bei Mühlhausen-Ehingen, km 717.650 Richtung Singen
Auf der Bundesautobahn 81, in Fahrtrichtung Singen, befindet sich bei Kilometer 717,650 nahe der Gemeinde Mühlhausen-Ehingen eine stationäre Messanlage zur Überwachung des Sicherheitsabstandes. Dieser Abstandsblitzer ist eine feste Institution für viele Pendler und Reisende im Hegau und eine häufige Ursache für Bußgeldbescheide des Regierungspräsidiums Karlsruhe. Die Messstelle ist aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens und der damit verbundenen Unfallgefahr eingerichtet worden. Gerade im Berufsverkehr kommt es auf diesem Abschnitt der A81 immer wieder zu stockendem Verkehr und Auffahrunfällen, die durch zu geringen Sicherheitsabstand begünstigt werden.
Die genaue Position des Blitzers auf der A81
Der Blitzer ist auf einer Schilderbrücke über der Fahrbahn montiert und überwacht alle Fahrstreifen in Richtung Singen/Bodensee. Die Messung findet kurz vor der Anschlussstelle Engen und dem Autobahnkreuz Hegau statt, einem Bereich, in dem die Verkehrsdichte häufig zunimmt und es zu plötzlichen Bremsmanövern kommen kann. Die hügelige Topografie in diesem Abschnitt kann die Sicht zusätzlich erschweren und die Einhaltung eines konstanten Sicherheitsabstandes zu einer Herausforderung machen.
Lokaler Kontext: Unfallschwerpunkt und Verkehrsbelastung
Die A81 bei Mühlhausen-Ehingen ist als stark befahrene Transitstrecke in die Schweiz und den Bodenseeraum bekannt. Polizeimeldungen der Vergangenheit belegen immer wieder schwere Unfälle in diesem Bereich, die auf zu dichtes Auffahren zurückzuführen sind. Insbesondere im Reiseverkehr an Wochenenden und Feiertagen sowie im täglichen Pendlerverkehr Richtung Singen und Konstanz erreicht die Verkehrsbelastung hier ihre Spitzen. Die Einrichtung des Abstandsblitzers war eine direkte Reaktion auf diese Gefahrenlage, um die Verkehrssicherheit durch die konsequente Ahndung von Abstandsverstößen zu erhöhen.
Technik des Abstandsblitzers: Das Messsystem VKS 3.2 3D
An diesem Standort kommt das Video-Kontroll-System VKS 3.2 3D zum Einsatz. Dieses Messgerät funktioniert nicht mit einem klassischen "Blitz" wie bei Geschwindigkeitskontrollen, sondern basiert auf einer permanenten Videoaufzeichnung des Verkehrsgeschehens. Auf der Fahrbahn sind in definierten Abständen weiße Referenzlinien (Passpunkte) markiert. Zwei Kameras auf der Schilderbrücke erfassen die Fahrzeuge, die diese Linien überqueren.
Die erste Kamera zeichnet eine längere Videosequenz auf, aus der die gefahrene Geschwindigkeit und der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug über eine Weg-Zeit-Berechnung ermittelt werden. Stellt die Software einen Verstoß gegen den erforderlichen Sicherheitsabstand fest, löst die zweite, hochauflösende Kamera aus, um ein klares Foto des Fahrers und des Kennzeichens zu erstellen. Dieses Verfahren gilt als technisch anspruchsvoll, birgt aber auch spezifische Fehlerquellen.
Juristische Ansatzpunkte und bekannte Schwachstellen der Messung
Obwohl die Messungen des VKS-Systems gerichtlich oft als standardisiertes Messverfahren anerkannt werden, gibt es immer wieder erfolgreiche Einsprüche gegen die resultierenden Bußgeldbescheide. Ein versierter Fachanwalt für Verkehrsrecht wird die Ermittlungsakte genau auf formale und technische Fehler prüfen.
- Das "Einscherer"-Problem: Ein häufiges Szenario im dichten Verkehr auf der A81 ist das plötzliche Einscheren eines anderen Fahrzeugs. Verkürzt sich der Sicherheitsabstand dadurch abrupt und unverschuldet, liegt kein vorwerfbarer Verstoß vor. Die entscheidende Frage ist hier, ob die Videoaufzeichnung lang genug ist, um eine solche Situation zweifelsfrei zu dokumentieren oder auszuschließen. Experten fordern oft eine Beobachtungsstrecke von mehreren hundert Metern, um eine nicht nur ganz kurzfristige Unterschreitung nachzuweisen. Ist die aufgezeichnete Sequenz vor dem eigentlichen Messpunkt zu kurz, kann ein Einspruch vielversprechend sein.
- Fehlerhafte oder veraltete Fahrbahnmarkierungen: Die gesamte Messung basiert auf der exakten geometrischen Einmessung der weißen Referenzlinien auf dem Asphalt. Sind diese Markierungen durch Witterung, Baumaßnahmen oder Abnutzung nicht mehr exakt an der in der Eichurkunde hinterlegten Position, kann die gesamte Abstandsberechnung fehlerhaft sein. Eine Überprüfung des Eichprotokolls und ein Abgleich mit dem Zustand der Fahrbahn kann hier ein entscheidender Ansatzpunkt sein.
- Fehlerhafte Fahreridentifikation durch Schattenwurf: Die Schilderbrücke, an der der Blitzer montiert ist, kann je nach Sonnenstand einen starken Schatten auf die Fahrbahn und die Fahrzeuge werfen. Fällt dieser Schatten genau auf die Windschutzscheibe, kann das Gesicht des Fahrers auf dem Beweisfoto unkenntlich sein. Ist die Person am Steuer nicht zweifelsfrei zu identifizieren, ist eine Ahndung des Verstoßes nach deutschem Recht (Fahrerhaftung) nicht möglich. Ein unzureichendes Foto ist einer der häufigsten und erfolgreichsten Gründe für einen Einspruch.
Bußgelder bei unzureichendem Sicherheitsabstand (Stand 2026)
Die Höhe des Bußgeldes, die Anzahl der Punkte in Flensburg und ein mögliches Fahrverbot hängen von der gefahrenen Geschwindigkeit und dem prozentualen Abstandswert (Verhältnis des Abstandes zum halben Tachowert) ab. Der Grundsatz lautet: Je schneller die Fahrt und je geringer der Abstand, desto empfindlicher die Strafe.
Bei Geschwindigkeit über 100 km/h:
| Abstand geringer als... | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| 5/10 des halben Tachowertes | 75 € | 1 | - |
| 4/10 des halben Tachowertes | 100 € | 1 | - |
| 3/10 des halben Tachowertes | 160 € | 2 | 1 Monat |
| 2/10 des halben Tachowertes | 240 € | 2 | 2 Monate |
| 1/10 des halben Tachowertes | 320 € | 2 | 3 Monate |
Bei Geschwindigkeit über 130 km/h:
| Abstand geringer als... | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| 5/10 des halben Tachowertes | 100 € | 1 | - |
| 4/10 des halben Tachowertes | 180 € | 1 | - |
| 3/10 des halben Tachowertes | 240 € | 2 | 1 Monat |
| 2/10 des halben Tachowertes | 320 € | 2 | 2 Monate |
| 1/10 des halben Tachowertes | 400 € | 2 | 3 Monate |
Fazit: Einspruch kann sich lohnen
Ein Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid vom Abstandsblitzer auf der A81 bei Mühlhausen-Ehingen sollte nicht ungeprüft akzeptiert werden. Die Komplexität der VKS-Messtechnik bietet diverse Angriffspunkte. Es ist ratsam, Akteneinsicht durch einen Anwalt zu beantragen, um das gesamte Beweismaterial, insbesondere das Tatvideo in voller Länge sowie das Eichprotokoll der Anlage, zu prüfen. Nur so lässt sich beurteilen, ob die Messung anfechtbar ist und ein Einspruch gegen den Blitzer-Bescheid Aussicht auf Erfolg hat.




