Detaillierte Analyse: Der Abstandsblitzer auf der A23 bei Kummerfeld (km 13,5)
Auf der Bundesautobahn 23, einem wichtigen Verkehrsweg an der Westküste Schleswig-Holsteins, befindet sich bei Kilometer 13,5 in der Nähe der Gemeinde Kummerfeld eine häufig genutzte Messstelle zur Überwachung des Sicherheitsabstandes. Dieser Abstandsblitzer auf der A23 in Fahrtrichtung Hamburg ist bei Pendlern und ortskundigen Fahrern bekannt, da er in einem verkehrsreichen und unfallträchtigen Abschnitt zum Einsatz kommt.
Lokaler Kontext und Unfallgeschehen am Blitzer A23 Kummerfeld
Der Abschnitt der A23 zwischen Pinneberg-Nord und dem Dreieck Hamburg-Nordwest ist besonders im Berufsverkehr extrem stark frequentiert. Die hohe Verkehrsdichte führt regelmäßig zu stockendem Verkehr und Staus. Pressemeldungen der letzten Jahre belegen eine Häufung von Auffahrunfällen in diesem Bereich, die oft auf zu geringen Sicherheitsabstand zurückzuführen sind. Genau aus diesem Grund wird der mobile Abstandsblitzer hier von den Behörden des Kreises Pinneberg positioniert, um durch präventive Überwachung die Verkehrssicherheit zu erhöhen und Drängler zu sanktionieren. Die Messung erfolgt dabei typischerweise von einer der zahlreichen Autobahnbrücken, die die A23 in diesem Gebiet queren.
Funktionsweise der Abstandsmessung mittels VKS-System
An dieser Messstelle kommt in der Regel ein Brücken-Abstandsmesssystem vom Typ VKS 3.0 oder das neuere VKS 4.5 zum Einsatz. Dieses Videokontrollsystem fertigt eine hochauflösende Videoaufzeichnung des Verkehrsflusses von einer Brücke aus an. Eine Übersichtskamera filmt einen längeren, genau vermessenen Abschnitt der Fahrbahn. Auf dem Asphalt sind oft kaum sichtbare weiße Referenzlinien markiert, die später bei der Auswertung als Grundlage für die Weg-Zeit-Berechnung dienen.
Fährt ein Fahrzeug in den Messbereich ein, wird die Zeit erfasst, die es für die definierte Strecke benötigt. Daraus errechnet die Software exakt die gefahrene Geschwindigkeit. Gleichzeitig wird der zeitliche und räumliche Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug ermittelt. Stellt das System einen Verstoß gegen den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand fest, löst eine zweite, separate Fotokamera (sog. Ident-Kamera) aus, die meist unauffällig auf dem Mittelstreifen oder am Fahrbahnrand positioniert ist und ein hochauflösendes Foto des Fahrers und des Kennzeichens anfertigt.
Rechtliche Grundlagen und typische Fehlerquellen: Ansatzpunkte für einen Einspruch
Ein Bußgeldbescheid wegen einer Abstandsunterschreitung an diesem Blitzer auf der A23 ist oft mit hohen Bußgeldern, Punkten in Flensburg und sogar einem Fahrverbot verbunden. Eine genaue Prüfung des Bescheids durch einen Fachanwalt für Verkehrsrecht kann sich jedoch lohnen, da diese komplexen Messverfahren fehleranfällig sein können. Als Experten kennen wir die typischen Schwachstellen.
Experten-Einblick: Bekannte Schwachstellen des Messverfahrens
Ein juristisch fundierter Einspruch stützt sich selten auf die generelle Anfechtung der Messung, sondern auf formale oder technische Fehler im Messprotokoll oder in der Durchführung. Hier einige praxisrelevante Ansatzpunkte:
- Fehlende oder unvollständige Videoaufzeichnung: Gerichte fordern zunehmend, dass der gesamte relevante Verkehrsverstoß auf einer längeren Videosequenz (oft über 300 Meter) dokumentiert ist. Dies ist notwendig, um ein plötzliches und unvorhersehbares Abbremsen des Vordermanns oder das Einscheren eines anderen Fahrzeugs ("Einscherer-Problem") beurteilen zu können. Ist die Videoaufzeichnung zu kurz oder fehlt sie gänzlich, kann der Vorwurf oft nicht zweifelsfrei bewiesen werden. Gerade im dichten Pendlerverkehr auf der A23 Richtung Hamburg ist das plötzliche Einscheren eines anderen Fahrzeugs ein häufiger, unverschuldeter Grund für eine kurzzeitige Abstandsunterschreitung.
- Fehlerhafte Fahreridentifikation durch Brückenschatten: Die Messung erfolgt von einer Brücke herab. Je nach Sonnenstand kann der durch die Brücke erzeugte Schatten genau in dem Moment, in dem die Ident-Kamera auslöst, das Gesicht des Fahrers verdecken. Ist der Fahrer auf dem Beweisfoto nicht eindeutig zu identifizieren, ist der Bußgeldbescheid angreifbar.
- Ungenauigkeit der Referenzlinien: Die weißen Markierungen auf der Fahrbahn sind die Grundlage der gesamten Messung. Durch Abnutzung, Baumaßnahmen oder eine fehlerhafte Einmessung bei der Einrichtung der mobilen Messstelle können diese Referenzlinien ihre exakte Position verlieren. Eine Überprüfung durch einen Sachverständigen kann hier Abweichungen aufdecken, die die gesamte Messung ungültig machen.
Betroffene sollten daher nicht vorschnell zahlen, sondern die Möglichkeiten eines Einspruchs prüfen lassen. Die Anforderung der vollständigen Messakte inklusive des Messprotokolls und des Beweisvideos ist der erste und wichtigste Schritt.
Bußgeldtabelle für Abstandsverstöße (Stand 2026)
Die Sanktionen für zu geringen Sicherheitsabstand sind streng und hängen von der gefahrenen Geschwindigkeit ab.
Bei Geschwindigkeit unter 100 km/h:
| Abstand | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| Weniger als 5/10 des halben Tachowertes | 75 € | 1 | Nein |
| Weniger als 4/10 des halben Tachowertes | 100 € | 1 | Nein |
| Weniger als 3/10 des halben Tachowertes | 160 € | 1 | Nein |
| Weniger als 2/10 des halben Tachowertes | 240 € | 1 | Nein |
| Weniger als 1/10 des halben Tachowertes | 320 € | 1 | Nein |
Bei Geschwindigkeit über 100 km/h:
| Abstand | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| Weniger als 5/10 des halben Tachowertes | 100 € | 1 | Nein |
| Weniger als 4/10 des halben Tachowertes | 180 € | 1 | Nein |
| Weniger als 3/10 des halben Tachowertes | 240 € | 2 | 1 Monat |
| Weniger als 2/10 des halben Tachowertes | 320 € | 2 | 2 Monate |
| Weniger als 1/10 des halben Tachowertes | 400 € | 2 | 3 Monate |
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Abstandsblitzer bei Kummerfeld eine wichtige, aber auch fehleranfällige Maßnahme zur Verkehrsüberwachung darstellt. Eine kritische Prüfung jedes Einzelfalls ist ratsam.




