Abstandsblitzer auf der A43 bei Dülmen (km 71,660) in Fahrtrichtung Münster
Auf der Bundesautobahn 43, einer der zentralen Verkehrsachsen im Münsterland, befindet sich bei Kilometer 71,660 in Fahrtrichtung Münster eine fest installierte Messanlage zur Überwachung des Sicherheitsabstands. Dieser Blitzer bei Dülmen ist vielen Pendlern und Fernfahrern ein Begriff, da er an einem strategisch wichtigen Punkt kurz nach der Anschlussstelle Dülmen-Nord den Verkehrsfluss kontrolliert. Ziel der Maßnahme ist die Reduzierung von Auffahrunfällen, die oft durch zu geringen Sicherheitsabstand verursacht werden.
Lokaler Kontext: Ein Unfallschwerpunkt im Fokus der Behörden
Die A43 zwischen dem Ruhrgebiet und Münster ist täglich stark frequentiert. Besonders im morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr kommt es regelmäßig zu dichtem Verkehr und stockenden Kolonnen. Die Strecke im Bereich Dülmen ist dabei keine Ausnahme. In der Vergangenheit kam es auf diesem Abschnitt der A43 immer wieder zu schweren Verkehrsunfällen, bei denen unzureichender Abstand eine entscheidende Rolle spielte. Die zuständige Behörde, der Kreis Coesfeld, hat mit der Installation dieses modernen Abstandsblitzers auf diese Gefahrensituation reagiert, um die Verkehrssicherheit nachhaltig zu erhöhen.
Die Funktionsweise des Messgeräts: So funktioniert der Blitzer vom Typ VKS 3.0
An diesem Standort kommt ein Video-Kontroll-System, in der Regel vom Typ VKS 3.0 (oder eine neuere Version) der Firma Vidit Systems GmbH, zum Einsatz. Anders als bei klassischen Geschwindigkeitsblitzern, die nur einen kurzen Moment erfassen, arbeitet dieser Blitzer mit einer Videotechnologie von einer Brücke herab. Zwei Kameras zeichnen den Verkehr über eine längere Distanz von mehreren hundert Metern auf.
- Übersichtskamera: Diese Kamera filmt den gesamten Verkehrsfluss auf einer vordefinierten und exakt vermessenen Strecke. Auf der Fahrbahn sind hierfür weiße Referenzlinien markiert.
- Detailkamera: Eine zweite, oft hochauflösende Kamera, dient der eindeutigen Identifikation von Fahrzeug und Fahrer.
Eine spezielle Software wertet die Videoaufzeichnungen aus. Sie berechnet anhand der Zeit, die ein Fahrzeug benötigt, um von einer Referenzlinie zur nächsten zu gelangen, dessen Geschwindigkeit. Gleichzeitig wird der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug ermittelt. Wird ein zu geringer Sicherheitsabstand festgestellt, speichert das System die relevante Videosequenz sowie ein hochauflösendes Foto des Fahrers als Beweismittel. Ein klassischer Blitz ist dabei nicht immer sichtbar, da die Aufzeichnung digital erfolgt.
Bekannte Schwachstellen und juristische Ansatzpunkte für einen Einspruch
Obwohl das VKS-System als standardisiertes Messverfahren gilt, ist es nicht fehlerfrei. Ein erfahrener Anwalt für Verkehrsrecht wird bei der Prüfung eines Bußgeldbescheides von diesem Blitzer auf der A43 gezielt nach Ungenauigkeiten suchen. Ein vielversprechender Ansatzpunkt ist hierbei oft die Beweisführung selbst. Für eine Verurteilung muss der Verstoß über eine Strecke von mindestens 300 Metern nachgewiesen werden. Experten wissen, dass die Videoaufzeichnung lückenlos und auswertbar sein muss. Fehlen hier Sequenzen oder ist die Qualität unzureichend, kann dies ein Verfahren zu Fall bringen.
Ein weiteres, in der Praxis häufig auftretendes Problem ist das sogenannte „Einscherer-Phänomen“. Gerade im dichten Pendlerverkehr auf der A43 bei Dülmen kann es vorkommen, dass ein anderes Fahrzeug plötzlich und unvorhersehbar vor dem eigenen Pkw die Spur wechselt. Dadurch wird der Sicherheitsabstand unverschuldet und abrupt verkürzt. Einem aufmerksamen Fahrer kann hier oft kein Vorwurf gemacht werden. Die Auswertung der Videosequenz muss belegen, dass der Abstand nicht nur in einem kurzen Moment, sondern vorwerfbar über eine längere Strecke zu gering war. Zudem ist die exakte Vermessung der weißen Referenzlinien auf der Fahrbahn eine Grundvoraussetzung für eine korrekte Messung. Im Laufe der Zeit können diese durch Witterung und Abnutzung ungenau werden, was eine Überprüfung der Messdaten durch einen Gutachter sinnvoll machen kann.
Bußgelder für Abstandsverstöße (Bußgeldkatalog 2026)
Die Höhe des Bußgeldes, die Anzahl der Punkte in Flensburg und ein mögliches Fahrverbot hängen von der gefahrenen Geschwindigkeit ab. Der Gesetzgeber unterscheidet, ob der Verstoß bei mehr oder weniger als 100 km/h begangen wurde.
Bei Geschwindigkeit über 100 km/h:
| Abstand zum Vordermann | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| weniger als 5/10 des halben Tachowertes | 75 € | 1 | Nein |
| weniger als 4/10 des halben Tachowertes | 100 € | 1 | Nein |
| weniger als 3/10 des halben Tachowertes | 160 € | 2 | 1 Monat |
| weniger als 2/10 des halben Tachowertes | 240 € | 2 | 2 Monate |
| weniger als 1/10 des halben Tachowertes | 320 € | 2 | 3 Monate |
Bei Geschwindigkeit bis 100 km/h:
| Verstoß | Bußgeld | Punkte |
|---|---|---|
| Sicherheitsabstand nicht eingehalten | 25 € | 0 |
| ... mit Gefährdung | 30 € | 0 |
| ... mit Sachbeschädigung | 35 € | 0 |
Einspruch prüfen lassen: Ihr Recht bei einem Bußgeldbescheid
Haben Sie einen Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid vom Kreis Coesfeld wegen einer Abstandsmessung an diesem Blitzer bei Dülmen erhalten, sollten Sie nicht vorschnell handeln. Die Messergebnisse sind, wie dargelegt, angreifbar. Ein entscheidender Faktor ist oft die Fahreridentifikation. Gerade bei Messungen von einer Brücke herab kann es durch den Winkel der Kamera und den Schattenwurf der Brücke selbst zu Problemen bei der Erkennbarkeit des Fahrers kommen. Ist das Gesicht auf dem Beweisfoto nicht eindeutig zu identifizieren, beispielsweise durch eine Sonnenblende oder Reflexionen, bestehen gute Chancen, das Verfahren erfolgreich anzufechten. Es empfiehlt sich daher immer, den Bescheid durch einen spezialisierten Anwalt für Verkehrsrecht prüfen zu lassen. Dieser kann Akteneinsicht beantragen und die Messung auf formelle und technische Fehler überprüfen.




