Abstandsblitzer auf der A66 bei km 17,8 in Fahrtrichtung Rüdesheim
Auf der Bundesautobahn 66 (A66), im hochfrequentierten Abschnitt bei Wiesbaden, befindet sich bei Kilometer 17,800 in Fahrtrichtung Rüdesheim / Schiersteiner Kreuz eine bekannte Messstelle zur Überwachung des Sicherheitsabstandes. Dieser Bereich ist ein Unfallschwerpunkt, der durch den dichten Pendlerverkehr und häufige Stauereignisse geprägt ist. Wer hier den erforderlichen Sicherheitsabstand unterschreitet, wird von einem modernen Abstandsblitzer erfasst, was empfindliche Bußgelder, Punkte in Flensburg und sogar Fahrverbote nach sich ziehen kann.
Der genaue Standort des Blitzers auf der A66
Die Messanlage ist strategisch auf der A66 in Richtung Westen platziert, kurz bevor die Autobahn in die B42 übergeht und zum Schiersteiner Kreuz führt. Dieser Abschnitt vor der Salzbachtalbrücke ist durch eine hohe Verkehrsdichte und abbremsende Fahrzeuge gekennzeichnet. Die Messung erfolgt oft von einer der Brücken, die die Autobahn queren. Die Kameras erfassen dabei mehrere Fahrspuren gleichzeitig, um Abstandsverstöße lückenlos zu dokumentieren. Der Blitzer A66 ist als eine der ertragreichsten Anlagen in Hessen bekannt.
Lokaler Kontext: Warum wird gerade hier der Sicherheitsabstand kontrolliert?
Die Verkehrsführung auf der A66 im Bereich Wiesbaden ist komplex und unfallträchtig. Insbesondere der morgendliche und abendliche Berufsverkehr führt zu zähflüssigem Verkehr und plötzlichen Bremsmanövern. Unfallmeldungen der Polizei Westhessen zeigen immer wieder, dass Auffahrunfälle aufgrund von zu geringem Sicherheitsabstand eine der Hauptursachen sind. Die Überwachung an diesem neuralgischen Punkt bei Kilometer 17,8 soll präventiv wirken und die Verkehrssicherheit erhöhen, indem sie notorische Drängler sanktioniert.
Technologie im Einsatz: Das Messsystem VKS 4.5 select
An diesem Standort kommt in der Regel das moderne Video-Kontroll-System VKS 4.5 select von Vidit Systems zum Einsatz. Dieses System ist speziell für die Abstands- und Geschwindigkeitsüberwachung von Brücken aus konzipiert. Es arbeitet nicht mit einem klassischen „Blitz“, sondern mit hochauflösenden Videokameras, die den Verkehrsfluss über eine längere Distanz aufzeichnen.
Funktionsweise der Abstandsmessung
Die Messung basiert auf einem photogrammetrischen Verfahren. Auf der Fahrbahn sind weiße Referenzlinien (Passpunkte) markiert. Zwei Kameras filmen den Verkehr von oben. Die erste Kamera erfasst den Verkehrsfluss auf einer Strecke von mehreren hundert Metern, um das Fahrverhalten zu dokumentieren. Eine zweite, hochauflösende Kamera am Ende der Messstrecke fertigt das sogenannte „Beweisfoto“ des Fahrers und des Kennzeichens an. Eine Software analysiert die Videoaufnahmen und berechnet anhand der Zeit, die ein Fahrzeug benötigt, um von einer Referenzlinie zur nächsten zu gelangen, die gefahrene Geschwindigkeit und den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug.
Juristische Fallstricke und Ansatzpunkte für einen Einspruch
Obwohl es sich beim VKS 4.5 um ein standardisiertes Messverfahren handelt, ist die Messung nicht fehlerfrei. Ein erfahrener Anwalt für Verkehrsrecht kann den Bußgeldbescheid auf spezifische Schwachstellen prüfen. Die Erfolgsaussichten eines Einspruchs sind oft höher als vermutet.
Experten-Einblick: Bekannte Schwachstellen der Messung
- Fehlende lückenlose Videoaufzeichnung: Für eine rechtssichere Verurteilung muss der Verstoß über eine längere Strecke (in der Regel mindestens 300 Meter) nachweisbar sein. Oftmals liegen den Behörden aber nur kurze Videosequenzen vor. Ein Anwalt sollte daher immer die vollständige, ungeschnittene Aufzeichnung anfordern, um zu prüfen, ob der Abstand wirklich dauerhaft und vorwerfbar unterschritten wurde.
- Das „Einscherer“-Problem: Gerade im dichten Pendlerverkehr auf der A66 ist das plötzliche Einscheren eines anderen Fahrzeugs eine häufige Ursache für eine kurzzeitige Unterschreitung des Sicherheitsabstands. Ein solcher vom Vordermann provozierter Verstoß ist dem Hintermann nicht vorwerfbar. Die Videoaufzeichnung muss beweisen, dass der Abstand nicht durch einen solchen unvorhersehbaren Fahrstreifenwechsel verursacht wurde.
- Fehlerhafte Fahreridentifikation durch Brückenschatten: Die Messung erfolgt von einer Brücke herab. Je nach Sonnenstand kann der Schatten der Brücke genau in dem Moment auf das Fahrzeug fallen, in dem das Fahrerfoto erstellt wird. Ist das Gesicht des Fahrers dadurch nicht zweifelsfrei zu identifizieren, kann dies ein starker Ansatzpunkt für einen Einspruch sein, da die Fahreridentität nicht nachgewiesen ist.
- Veraltete oder schlecht sichtbare Fahrbahnmarkierungen: Die Genauigkeit der gesamten Messung hängt von der exakten Vermessung und guten Sichtbarkeit der weißen Referenzlinien auf der Fahrbahn ab. Sind diese durch Abnutzung oder Baumaßnahmen nicht mehr exakt positioniert oder erkennbar, kann die gesamte Messreihe als fehlerhaft angefochten werden.
Ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid kann sich also lohnen. Die Überprüfung durch einen spezialisierten Anwalt ist der erste Schritt, um ein drohendes Fahrverbot oder Punkte abzuwenden.
Bußgelder für Abstandsverstöße (Bußgeldkatalog 2026)
Die Höhe der Strafe für einen zu geringen Sicherheitsabstand hängt von der gefahrenen Geschwindigkeit ab. Die Faustregel lautet: Der Abstand sollte mindestens dem „halben Tacho“ in Metern entsprechen.
Bei Geschwindigkeit über 100 km/h:
| Abstand | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| Weniger als 5/10 des halben Tachowertes | 100 € | 1 | - |
| Weniger als 4/10 des halben Tachowertes | 180 € | 1 | - |
| Weniger als 3/10 des halben Tachowertes | 240 € | 2 | 1 Monat |
| Weniger als 2/10 des halben Tachowertes | 320 € | 2 | 2 Monate |
| Weniger als 1/10 des halben Tachowertes | 400 € | 2 | 3 Monate |
Bei Geschwindigkeit bis 100 km/h:
| Verstoß | Bußgeld | Punkte |
|---|---|---|
| Abstand nicht eingehalten | 25 € | - |
| ... mit Gefährdung | 30 € | - |
| ... mit Sachbeschädigung | 35 € | - |
Tipp: Lassen Sie Ihren Bußgeldbescheid kostenlos und unverbindlich von Experten prüfen. Oft lassen sich teure Strafen und Fahrverbote durch eine genaue Analyse des Messprotokolls und der Beweismittel vermeiden.




